Trotz der Einführung bundesweit  geltender „Notbremse-Regeln“ ist noch nicht hundertprozentig klar, wie die Umsetzung in Nordrhein-Westfalen in den Details konkret heruntergebrochen auf den Spiel- und Trainingsbetrieb im Tennissport aussehen wird.  

Das geänderte Infektionsschutzgesetz hat am Donnerstag den Bundesrat passiert und ist auch schon im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. In Kraft tritt es heute, am 23. April 2021, die einheitliche „Corona-Bremse“ selbst greift ab dem 24. April.  Die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes gelten  für „die Dauer einer epidemischen  Lage von nationaler Tragweite“, längstens aber zunächst bis zum 30. Juni 2021.

Regeln bis zu einer 7-Tages-Inzidenz von 100 gelten unverändert

Die Verordnungen der Länder bestehen weiterhin fort, ab einer Inzidenz von über 100 bricht das Bundesrecht des Infektionsschutzgesetzes das Landesrecht (Coronaschutzverordnung des Landes NRW) und geht diesem vor. Unter einer Inzidenz von 100 gilt also aber weiterhin (vorbehaltlich einer Änderung der Coronaschutzverordnung des Landes) laut Landessportbund:

Sport auf Außenanlagen ist möglich für

a. beliebig viele Personen aus einem Haushalt,

b. bis zu 5 Personen aus zwei Haushalten, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden,

c. beliebig viele Personen aus einem Haushalt mit maximal einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden,

d. bis zu 20 Kinder bis 14 Jahre mit maximal zwei Übungsleitern/Trainern/Betreuern.

 

Regeln ab einer 7-Tages-Inzidenz von 101

Die Corona-Notbremse gilt in Landkreisen und kreisfreien Städten, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 Infektionen pro 100.000 Einwohnern aufweisen, ihre Schutzmaßnahmen treten automatisch ab dem übernächsten Tag der Feststellung in Kraft. Liegen die Inzidenzwerte an fünf Tagen in Folge unter 100, wird sie am übernächsten Tag wieder außer Kraft gesetzt.

In NRW ergeben sich in Kombination aus den Schutzmaßnahmen des Infektionsschutzgesetzes und weiterreichenden Restriktionen der Coronaschutzverordnung des Landes ab einer Inzidenz von 101 folgende Regelungen für den Sport (Zitat Landessportbund):

1. Bundesinfektionsschutzgesetz: Die allgemeine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr wird für allein ausgeübten Sport verkürzt auf 24 bis 5 Uhr (eine Ausübung ist jedoch nicht auf Sportanlagen möglich).

2. Bundesinfektionsschutzgesetz: Die Öffnung von Freizeiteinrichtungen ist grundsätzlich untersagt. Relevant für den Sport sind dabei unter anderem die in der beispielhaften Aufzählung von Einrichtungen genannten „Fitnessstudios“, „Indoor-Spielplätze“ und „Badeanstalten“. Ob mit letzterem auch alle Sport-Schwimmbäder und Lehrschwimmbecken gemeint sind, in denen nach der CorSchVO NRW seit dem 29. März wieder Anfängerschwimmausbildungen und Kleinkindschwimmen in 5er-Gruppen möglich war, wissen wir derzeit nicht. Wir haben hierzu die Staatskanzlei um Klärung gebeten und informieren Sie baldmöglichst über das Ergebnis.

3. Sportausübung allgemein:
3.1  Bundesinfektionsschutzgesetz: Zugelassen ist die „kontaktlose Ausübung von Individualsportarten“ allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes. Dabei wird nicht zwischen draußen und drinnen unterschieden. Aber: Die CorSchVO NRW lässt keine Sportausübung in geschlossenen Sporthallen zu. Deshalb ist die vorgenannte Sportausübung unverändert nur draußen möglich. Mangels einer rechtlichen Definition des Begriffes „Individualsportarten“ empfehlen wir bis auf Weiteres, darunter alle Sportarten zu fassen, die allein oder zu zweit kontaktlos ausgeführt werden können.
3.2  Bundesinfektionsschutzgesetz: Zugelassen ist kontaktloser Sport von Gruppen von bis zu 5 Kindern im Alter von bis zu 14 Jahren im Freien. Aber: Die CorSAchVO NRW beschränkt dieses Sporttreiben auf Sportanlagen unter freiem Himmel. Die vorgenannten Kindergruppen können von ein oder zwei älteren Personen angeleitet werden, wenn für diese ein negativer Coronatest vorliegt, der nicht älter als 24 Stunden ist.
3.3 Zugelassen ist der Wettkampf- und Trainingsbetrieb für Angehörige der Bundes- und Landeskader bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte.

Bitte beachten Sie:

Der Landesportbund kritisiert selbst in seiner Veröffentlichung die „inkonsistenten Regelungen des Bundes-Infektionsschutzgesetzes für den Sport“ sowie die „Unklarheit vieler Formulierungen und Begriffe“ und fordert eine Klärung der offenen Fragen in Bezug auf die Umsetzung.

Der TVN wird deshalb, um Fehlinformationen zu vermeiden, diese Klärung und Konkretisierung sowie eine mögliche umformulierte Coronaschutzverordnung abwarten, um danach zeitnah die Regelungen heruntergebrochen auf den Spiel- und Trainingsbetrieb im Tennis in gewohnter Form aufzubereiten.